Heinz Ottschoffsky

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Heinz Ottschoffsky

Heinz Ottschoffsky hat sich in einer langen Serie seiner Malerei konzeptuell und motivisch klar entschieden. Er malt Gefäße/Behälter in verschiedenen Daseinsformen: Kannen, Eimer, Schalen, Dosen etc. werden als Malerei räumlicher Phänomene in der Tradition des Trompe-l’oeil gemalt und dabei isoliert, d.h. ohne gegenständlichen Umraum in Szene gesetzt.

Als Gegenüber wählt Ottschoffsky Gefäße, die durch Gebrauchs- und Altersspuren, Beschädigungen, Rost usw. oder durch Verfremdungen eine Vergangenheit suggerieren, welche anonym ist. Dabei bleibt es. Wer diese Dinge genutzt hat (und wie?), wo sie standen, wie war das Ambiente? – all das wird uns nicht erzählt und es bleibt unseren Erinnerungsparallelen überlassen, uns ein Bild über Herkunft, Geschichte und den Benutzer des so eindringlich und präsent gemalten Gegenstandes zu machen ….

Die Dinge sind in ein klar verlaufendes anonymes Licht gesetzt, wobei Lichtquelle und die Stehfläche nicht gezeigt sind: kein Tisch, keine Lampe, keine Unterlagenkante – ihr Ort bleibt frei.

Die Bilder Ottschoffskys sind – auch bei möglichen Bezügen zur Stilllebenmalerei der Kunstgeschichte – in ihrem Konzept einzigartig.

Sie schlagen uns vor, die Dinge, die uns im Alltagsgebrauch selbstverständlich umgeben, durch eine hochentwickelte, präzise, spannende und detailreiche (übrigens auch heitere) Darstellung und ihre Verfremdung durch Isolation neu zu sehen und zu feiern, wobei die „Zweischichtigkeit der Malerei“ (K. Fiedler) – nämlich die Gleichzeitigkeit von Darstellung des Objektes und Bild als Objekt – quasi „begriffen“ werden kann.

Von R.B. Kitaj stammt die Erkenntnis, dass in der Darstellung eines Motivs „die ganze Welt darinnen“ sein kann. Oder auch so: Heinz Ottschoffsky malt die Dinge so, dass sie eine umfassendere Wirklichkeit ahnen lassen.

 

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